Immer mehr Menschen kommen zum Arbeiten nach Sachsen

Zwar pendeln noch immer 18.400 Menschen mehr zur Arbeit in andere Regionen, als herkommen. Doch der Überschuss war vor zehn Jahren viel höher.

Chemnitz. Immer mehr Menschen in Sachsen sind erwerbstätig - und finden auch hier einen Job. Der Abstand zwischen Auspendlern und Einpendlern schrumpfte im vergangenen Jahr auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991, wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte.

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Der Auspendlerüberschuss verringerte sich auf 18.400 Personen. Vor zehn Jahren lag er noch bei rund 50.000 Personen.

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Getragen wird die jüngste Entwicklung demnach auch von der Zuwanderung in Arbeit aus dem Ausland. So pendelten noch 2016 rund 11.200 ausländische Arbeitnehmer, vor allem Tschechen und Polen, für ihren Job in den Freistaat, 2017 waren es bereits fast 15.000. [...]

In Südwestsachsen stellt man sich bereits auf eine Trendwende ein. "Angesichts des Bevölkerungsrückgangs in Verbindung mit zunehmenden Fachkräfteengpässen gehen wir davon aus, dass die Region in wenigen Jahren mehr Ein- als Auspendler verzeichnet", sagte Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz.

Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge wirbt derzeit mit der Rückkehrergeschichte von Stephan Boden aus Eibenberg. Der 32-Jährige war früher als Pendler zwischen Allgäu, Berlin und Aachen unterwegs. Heute arbeitet er bei der KSG Leiterplatten GmbH Gornsdorf, kaufte einen Dreiseithof und plant die Eröffnung eines Hofladens. "20 Prozent aller Weggezogenen sind bereits zurückgekehrt - Tendenz steigend", sagt die Wirtschaftsförderung Erzgebirge. Ende Dezember veranstaltet sie in Aue und Annaberg-Buchholz wieder Pendleraktionstage - Jobmessen, die zur Heimkehr bewegen sollen.

 

Quelle: Freie Presse vom 15.11.2018, Oliver Hach