Hausärztin übernimmt Landarztpraxis

Eine Medizinerin, die aus der Ukraine stammt, praktiziert in Kleinolbersdorf. Für Patienten gibt es nicht nur eine Sprechstunde mehr.

Kleinolbersdorf. Sie ist 35 Jahre alt, hat zwei Facharztabschlüsse in der Tasche, ist Mutter zweier Kinder und die neue Hausärztin im Chemnitzer Stadtteil Kleinolbersdorf: Olena Zaitseva. Die Zschopauerin übernimmt die Praxis, die zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Gornau gehört, von Dr. Udo Rehm. Der Mediziner möchte sich beruflich verändern.

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2014 kam Zaitseva mit ihrem Mann, einem Anästhesisten, aus der Ukraine nach Berlin. In ihrer Heimat, der 800.000-Einwohner-Stadt Saporoshye, hatte sie Medizin studiert. Nach einem sechsjährigen Studium nahm sie in einem Krankenhaus ihre Arbeit als Internistin auf. "Doch mein Mann und ich wollten in Deutschland arbeiten. Das war unser Traum", sagt Zaitseva. Vor allem die medizinischen Geräte seien in der Ukraine häufig veraltet, erklärt sie. In Berlin legten sie und ihr Mann die Sprachprüfung für Ärzte ab. Anschließend bewarben sich beide deutschlandweit. Während sie eine Zusage aus Thüringen erhielt, bekam ihr Mann ein Angebot des Zschopauer Krankenhauses. "Wir haben uns für Zschopau entschieden, weil mein Mann schon fertig ausgebildet war", erzählt die Ärztin, die mit ihrer Familie in Zschopau wohnt. Nach einem Zwischenstopp in der Klinik Carolabad wechselte sie zum MVZ in Gornau. Dort absolvierte Olena Zaitseva ihre zweijährige Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin. "Die sächsische Landesärztekammer hat ihre Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin in der Ukraine anerkannt, die Ausbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin jedoch nicht", erklärt Verwaltungsleiterin Mrosk-Griehl. Im April 2018 beendete Zaitseva, deren Kinder sechs und zwölf Jahre alt sind, die Weiterbildung und arbeitete seitdem in Zschopau.

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Quelle: Freie Presse vom 02.02.2019, Sandra Häfner