Ein Münchner tanzt beim Fasching im Erzgebirge mit

Sascha Söhl ist Ur-Bayer. Zu seinem Hobby in Großrückerswalde kam er per Zufall. Eine gewisse Rolle spielte dabei sein Lodenmantel.

Großrückerswalde. Mit Karneval hatte Sascha Söhl eigentlich nie etwas am Hut - er besuchte in ganz jungen Jahren höchstens einmal einen Kinderfasching. Und doch wird der gebürtige Münchener am Sonnabend mit dem Männerballett des Carnevalsvereins Großrückerswalde (GCV) auf der Bühne stehen.

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Am 11.11. dann, als die Großrückerswalder Närrinnen und Narren ihr Rathaus stürmten, stand er, gerade von der Arbeit kommend, mit Lodenmantel und Stiefeln mit den anderen Jecken vor dem Verwaltungsgebäude. "Ich war gerade in der richtigen Verkleidung", erzählt der 28-Jährige mit einem Schmunzeln.

Beim anschließenden Zusammensein der Karnevalisten hätten diese ihn sofort in ihre Gespräche einbezogen, wollten wissen, woher er komme, und wie es ihn als Münchener ins Erzgebirge verschlagen hat. "Es dauerte nicht lange, und es war alles aufgeklärt", erinnert sich Sascha Söhl. Da habe er bereits das Gefühl gehabt, in Großrückerswalde angekommen zu sein. Ab diesem Zeitpunkt gehörte er zum festen Stamm des Männerballetts und trainierte mindestens einmal in der Woche.

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"Ich fühle mich inzwischen hier wie zuhause und freue mich natürlich, dass mich meine Eltern besucht haben und von der Region sehr angetan waren. Ich vermisse das Großstadtleben nicht. Die Kollegen sind nett, und einige Freunde habe ich auch schon gefunden", erzählt Sascha Söhl, der sich vor zwei Monaten ein paar Langlaufski gekauft hat und nun damit durch die Region streift.

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Quelle: Freie Presse vom 20.02.2019, Karlheiz Schlegel