Die Imagemacher des Erzgebirges

Mit einem personalisierbarten Heidi-Lied hat das Team des Regionalmanagements einen Coup gelandet. Mit Witz und auch mal einem Augenzwinkern wollen sie ehemalige Erzgebirger von der Rückkehr überzeugen.

Über das Erzgebirge gibt es eine Menge Klischees. Den modernsten Ruf hat die Region auch nicht gerade. Dass das so aber nicht stimmt, will das Team des Regionalmanagements Erzgebirge zeigen. Sie tragen diese Botschaften nach außen - via Facebook, Instagram und Twitter. Zehntausende folgen den Social-Media-Kanälen von "Erzgebirge - Gedacht. Gemacht".

"Wir haben drei Zielgruppen", erklären Daniel Schalling und Kristin Escher. Da sind diejenigen, die hier leben. "Jeder von ihnen ist ein Multiplikator", so Schalling. Dann sind da jene, die aus der Region weggezogen sind. Sie zur Rückkehr zu bewegen, ist eines der großen Themen. "Wichtig sind aber auch die, die noch keinen Bezug zur Region haben." [...] Es braucht auch Menschen, die neu in die Region kommen und die, die bleiben.

Wie kann das gelingen? Neben der Organisation verschiedener Veranstaltungen wie die Pendleraktionstage, Ausbildungsmessen, Woche der offenen Unternehmen, geht es ums Image der Region. Dazu gehört auch, sich ins Gespräch zu bringen. Aktuellstes Beispiel: der personalisierbare Heidi-Song.

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Seit Ende Dezember, pünktlich zu den Pendleraktionstagen, kann jeder eine auf den jeweiligen Adressaten - 200 Vornamen wurden von Lisa Wohlgemuth eingesungen - zugeschnitte Version des Heidi-Liedes verschicken.

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Gerade zu Jahresbeginn seien die Zugriffe auf die Kanäle besonders hoch, sagt Kristin Escher. Es ist die Zeit, in der sich viele mit ihrer alten Heimat beschäftigen und vielleicht über eine Rückkehr nachdenken.

Mit Kreativität und Selbstironie sorgt das Viererteam dafür, dass das Erzgebirge moderner daherkommt, ohne dabei die Tradition zu vergessen. Beispiel Dialekt: Wenn Darth Vader Erzgebirger gewesen wäre, würde der legendäre Satz "Ich bin dein Vater" eher "Iech bie dei Pap" heißen. Sie spielen mit Begriffen, in denen "ERZ" vorkommt. "Herzland" ist so ein Beispiel. Viele Erzgebirger benutzen es mittlerweile wie selbstverständlich unter ihren eigenen Social-Media-Posts. Zwar wandelt sich Image nicht von heute auf morgen, sagt Peggy Kreller. Doch im Erzgebirge tut sich viel und das müsse auch wahrgenommen werden. Marketing für eine Region, deren Bewohner am liebsten tief stapeln.

 

Quelle: Freie Presse vom 17.01.2020, Denise Märkisch