Pendler auf Stellensuche in der Heimat

Unternehmer aus der Region sehen den demografischen Wandel als Problem. Sie werben um Fachkräfte - wie gestern in Aue.

Aue. Mit 30 Ausstellern und rund 500 Besuchern ist der Pendleraktionstag im Auer Kulturhaus gestern auf sehr positive Resonanz gestoßen. Zu den Organisatoren gehört die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Geschäftsführer Matthias Lißke schätzte ein: "Das Interesse ist groß und im Gegensatz zum Vorjahr ist die Zahl derer, die wirklich pendeln und sich verändern möchten, größer geworden. Das Thema Rückkehr liegt im Trend."

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Wie Lißke von Besuchern in Erfahrung bringen konnte, spielen nicht nur wirtschaftliche Aspekte eine Rolle, sondern auch das Umfeld. "Selbst wenn Fachkräfte in der Region vielleicht etwas weniger verdienen, bleibt am Ende trotzdem mehr übrig, weil die Kosten im Bereich Wohnen und Kinderbetreuung bei weitem nicht so weit oben liegen, wie in den Großstädten", macht Lißke die Rechnung auf.

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Thomas Schneider schaute sich gestern im Kulturhaus Aue um. Der 47-Jährige pendelt seit 20 Jahren zwischen seinem Wohnort Aue und seiner Arbeitsstelle in München. Das möchte er gern ändern: "Die Reise soll zurück gehen in die Heimat." [...] Den Pendlertag beschreibt Schneider als sehr interessant und aufschlussreich: "Einige Angebote habe ich mir einholen können."

Unter anderem ist der Auer mit Steve Seifert von der Seifert Haustechnik GmbH aus Lößnitz ins Gespräch gekommen. [...] Was der Unternehmer perspektivisch als Problem im Erzgebirge sieht, ist der demografische Wandel. Es wird immer schwieriger, Fachkräfte zu finden.

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Quelle: Freie Presse vom 29.12.2017, Ralf Wendland