Mit Kochlöffel und unter Volldampf zurück in die Heimat

1990 haben Kerstin und Wolfgang Jahn die "Gaststub zr Bimmelbah" in Neudorf eröffnet. Nach Jahrzehnten harter Arbeit fehlte langsam die Kraft, die Geschäfte weiterzuführen. Selbst an die Schließung des Traditionslokals dachte die Inhaberin. Doch dann tauchte aus naher, aber unverhoffter Richtung eine Lösung auf.

Neudorf. Das Lokal "Gaststub zr Bimmelbah" macht seinem Namen alle Ehre. Hier leben die Betreiber die Fichtelbergbahn und erzgebirgische Traditionen buchstäblich. Das kommt nicht von ungefähr. Zum einen befindet sich die Gaststätte mit dem für Touristen von außerhalb Sachsens - oder vielleicht auch nur des Erzgebirges - fast unaussprechlichem Namen quasi in direkter Nachbarschaft zum Haltepunkt in Neudorf. Zum anderen hat sich die Gründerin der Gaststätte, Kerstin Jahn, nach eigenen Worten von Anfang an für den Erhalt der Schmalspurbahn eingesetzt und ist Erzgebirgerin durch und durch.

28 Jahre waren sie und ihr Mann Wolfgang die Betreiber der Bimmelbah. Doch irgendwann ließen die Kräfte einfach nach. "

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An dieser Stelle kommt Sohn Peter ins Spiel. Der 33-Jährige ist gelernter Koch. Nach der Ausbildung, die er in Oberwiesenthal absolviert hat, zog es den Erzgebirger aber weg und er machte eine Karriere, die sich sehen lassen kann. Er arbeitete unter anderem in der Firmenzentrale von Adidas in Herzogenaurach, wurde dort Küchenchef.

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An eine Rückkehr in die alte Heimat - in das Lokal seiner Eltern und ins Erzgebirge - dachte er nicht wirklich. "Ich dachte immer, wenn ich die Gaststätte übernehme, koche ich mein Leben lang nur noch Rouladen", erzählt Peter Jahn mit einem Schmunzeln.

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"Da habe mich wieder ins Erzgebirge verliebt." Er sei immer einer von hier geblieben, habe seinen Dialekt nie gegen Hochdeutsch eingetauscht. "Ich habe jeden Ossiwitz mehrfach gehört", so Jahn lachend. Irgendwann stand der Entschluss dann fest: Peter Jahn wollte zurück nach Neudorf und die Gaststätte seiner Mutter übernehmen.

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Quelle: Freie Presse vom 11.10.2018, Denise Märkisch