Arbeitgeber buhlen in Albanien um Fachkräfte für die Pflege

Ungewöhnlich und weit sind die Wege, um gutes Personal zu finden. Und selbst wenn man Leute bekommt, gilt es, noch hohe Hürden zu meistern.

Aue/Schwarzenberg. Dass er als Geschäftsführer der Volkssolidarität Westerzgebirge einmal ins Flugzeug steigen wird, um in Albanien Bewerbungsgespräche mit Fachkräften für die Pflege zu führen, das hätte sich Béla Ullmann zu Beginn seiner Tätigkeit wohl nie vorstellen können. Nun hat er es bereits zweimal getan. Aus der Not heraus, denn er findet hier keine Leute mehr für die Pflege. In Albanien indes schon.

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Mittlerweile hat er sechs Fachkräfte der Pflege überzeugen können, sich rund 2000 Kilometer entfernt von der Heimat etwas Neues aufzubauen. Genau das wollen sie: Silva Muha (28) und Klodiana Mema (25) oder auch Roland Dashi (32). Sie alle sind ausgebildet in der Krankenpflege.

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"Die Anerkennung der Abschlüsse ist ein Problem", sagt Ullmann, der speziell die bürokratischen Hürden als Hindernis sieht. "Das beginnt bereits bei der Anerkennung der Fahrerlaubnis", so Ullmann und kann etliche weitere Beispiele dafür nennen.

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"Die Kollegen waren spitze. Die haben allen so sehr geholfen. Das passt", so der Geschäftsführer. Das bestätigen sowohl Franziska Becher als auch Heidi Nobis, die als Pflegedienstleiterinnen über die Neuen im Team sehr glücklich sind. Während Klodiana und Silva im ambulanten Dienst in Schwarzenberg tätig sind, arbeitet Roland Dashi im VS-Seniorenheim in Aue. Die Bewohner, wie Ingeburg Dierbach, verstehen sich prima mit ihm. "Ein junger Mann, das ist doch mal was", sagt die 97-Jährige. Und verstehen die Neuen denn die alt eingesessenen Erzgebirger? "Gieht schie", sagt Klodiana und lacht selbst über ihre spontane Antwort.

 

Quelle: Freie Presse vom 07.12.2018, Beate Kindt-Matuschek